{"id":3170,"date":"2026-02-04T08:13:50","date_gmt":"2026-02-04T07:13:50","guid":{"rendered":"https:\/\/infokom.de\/?p=3170"},"modified":"2026-02-04T08:36:57","modified_gmt":"2026-02-04T07:36:57","slug":"wie-hausarzt-pflege-und-technik-zusammenwirken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infokom.de\/en\/wie-hausarzt-pflege-und-technik-zusammenwirken\/","title":{"rendered":"Wie Hausarzt, Pflege und Technik zusammenwirken"},"content":{"rendered":"<p><em>Dr. med. Michael Lerch \u00fcber den ganzheitlichen Ansatz des Projektes \u201eLuP-Regio\u201c zur Sicherung der Gesundheitsversorgung im l\u00e4ndlichen Raum<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Was sich in der medizinischen Versorgung auf dem Land ver\u00e4ndern muss, damit sie auch in Zukunft funktioniert und welche Rolle dabei das Projekt \u201eLuP-Regio\u201c spielt, erl\u00e4utert Dr. med. Michael Lerch. Er ist Chefarzt f\u00fcr Innere Medizin und Geriatrie am LUP-Klinikum am Crivitzer See und Hausarzt im Facharztzentrum der LUP-Kliniken in Crivitz. Er verantwortet im Projekt die \u00e4rztliche Begleitung sowie die fachliche Mitgestaltung des Versorgungskonzepts.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/infokom.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/LUP-Regio_Interview-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3171\" srcset=\"https:\/\/infokom.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/LUP-Regio_Interview-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/infokom.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/LUP-Regio_Interview-300x225.jpg 300w, https:\/\/infokom.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/LUP-Regio_Interview-768x576.jpg 768w, https:\/\/infokom.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/LUP-Regio_Interview-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/infokom.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/LUP-Regio_Interview-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/infokom.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/LUP-Regio_Interview-16x12.jpg 16w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Was zeichnet das Projekt \u201eLuP-Regio\u201c aus?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Lerch<\/strong>: Das Projekt \u201eLuP-Regio\u201c zeichnet sich durch seinen ganzheitlichen Ansatz zur Sicherung der medizinischen Versorgung im l\u00e4ndlichen Raum aus. Besonders ist die enge Verzahnung von haus\u00e4rztlicher Versorgung, Telemedizin und Community Health Nursing (Gemeinde-Gesundheitspflege). Ziel ist es, bestehende Versorgungsstrukturen nicht zu ersetzen, sondern gezielt zu erg\u00e4nzen und weiterzuentwickeln. Durch digitale Anwendungen, neue Versorgungsrollen und regionale Netzwerke wird eine kontinuierliche, wohnortnahe und bedarfsgerechte Betreuung erm\u00f6glicht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was muss sich in der medizinischen Versorgung auf dem Land ver\u00e4ndern, damit sie auch in Zukunft funktioniert?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Lerch:<\/strong> Um die medizinische Versorgung auf dem Land langfristig sicherzustellen, m\u00fcssen neue Versorgungsmodelle etabliert werden. Dazu geh\u00f6ren eine st\u00e4rkere interprofessionelle Zusammenarbeit, der gezielte Einsatz von Telemedizin sowie die Einf\u00fchrung neuer Berufsrollen wie Community Health Nurses (Gemeinde-Gesundheitspflegende). Zudem ist es notwendig, Aufgaben neu zu verteilen und digitale L\u00f6sungen st\u00e4rker in den Versorgungsalltag zu integrieren, um Ressourcen effizient zu nutzen. Insbesondere der zeitnahe Zugang zu haus\u00e4rztlicher und fach\u00e4rztlicher Versorgung sollte f\u00fcr alle Bev\u00f6lkerungsgruppen sichergestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>An welche Zielgruppe richtet sich das Projekt \u201eLuP-Regio\u201c?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Lerch:<\/strong> Das Projekt richtet sich insbesondere an Patienten im l\u00e4ndlichen Raum, vor allem, aber nicht nur, an \u00e4ltere Menschen, chronisch Erkrankte sowie Personen mit eingeschr\u00e4nkter Mobilit\u00e4t. Gleichzeitig adressiert LuP-Regio auch Haus\u00e4rzte, die durch neue Versorgungsmodelle entlastet werden sollen, sowie weitere Akteure im regionalen Gesundheitswesen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Muss man, um teilzunehmen, den Hausarzt wechseln?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Lerch:<\/strong>&nbsp; Nein, ein Wechsel des Hausarztes ist nicht erforderlich. \u201eLuP-Regio\u201c versteht sich als erg\u00e4nzendes Versorgungsangebot, das bestehende Arzt-Patient-Beziehungen respektiert und unterst\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was ist das Besondere an Community Health Nurses (CHN)?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Lerch:<\/strong>&nbsp; Community Health Nurses \u00fcbernehmen eine erweiterte, koordinierende Rolle in der Gesundheitsversorgung. Sie arbeiten bev\u00f6lkerungs- und gemeinwesenorientiert, begleiten Patienten langfristig und fungieren als Bindeglied zwischen medizinischer, pflegerischer und sozialer Versorgung, quasi Gemeinde-Gesundheitspflegende 2.0.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche Ausbildung haben die Community Health Nurses?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Community Health Nurses verf\u00fcgen \u00fcber eine pflegerische Ausbildung und einem pflegerischen Studium, in der Regel auf Bachelor- oder Masterebene, mit zus\u00e4tzlichen Qualifikationen in Bereichen wie Public Health, Pr\u00e4vention, Case Management und Beratung. Die Ausbildung ist auf eine erweiterte pflegerische Handlungskompetenz ausgerichtet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie funktioniert das Zusammenspiel zwischen \u00c4rzten und den Community Health Nurses?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Lerch:<\/strong> Die Zusammenarbeit basiert auf einem klar definierten Aufgaben- und Verantwortungsbereich. Die CHN \u00fcbernehmen regelm\u00e4\u00dfige Assessments, Beratung und Koordination, w\u00e4hrend die \u00e4rztliche Verantwortung weiterhin beim Hausarzt liegt. Der Austausch erfolgt engmaschig, pers\u00f6nlich aber auch \u00fcber digitale Kommunikationswege.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>K\u00f6nnen Sie das bitte anhand einer freigew\u00e4hlten Diagnose beschreiben, wie die Telemedizin funktioniert?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Lerch:<\/strong> Telemedizin erm\u00f6glicht die \u00e4rztliche und pflegerische Betreuung \u00fcber digitale Kommunikationswege. Beispielsweise bei einem Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz. Der Patient \u00fcbermittelt regelm\u00e4\u00dfig Vitaldaten wie Blutdruck, Gewicht und Herzfrequenz \u00fcber eine App an das Versorgungsteam. Auff\u00e4llige Werte werden fr\u00fchzeitig erkannt, sodass eine \u00e4rztliche R\u00fccksprache oder Anpassung der Therapie erfolgen kann, ohne dass der Patient die Praxis aufsuchen muss. Dadurch k\u00f6nnen Komplikationen vermieden und Krankenhausaufenthalte reduziert werden. Des Weiteren k\u00f6nnen \u00fcber eine telemedizinische Anbindung fach\u00e4rztliche Kolleginnen und Kollegen konsiliarisch hinzugezogen werden und somit der Zugang zur fach\u00e4rztlicher Versorgung erleichtert werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was kann die Patienten-App?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Lerch:<\/strong> Die Patienten-App dient als zentrale Schnittstelle zwischen Patientinnen und Patienten und dem Versorgungsteam. Sie erm\u00f6glicht unter anderem: die \u00dcbermittlung von Vitaldaten und Dokumentationen, Erinnerungen an Termine, Einsicht in Versorgungspl\u00e4ne, digitale Kommunikation (z. B. Chat oder Videokontakt), Bereitstellung von Gesundheitsinformationen. Ziel ist es, die Eigenverantwortung der Patientinnen und Patienten zu st\u00e4rken und die Versorgung transparenter zu gestalten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche Kosten entstehen den Teilnehmenden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Lerch:<\/strong> F\u00fcr die teilnehmenden Patienten entstehen keine zus\u00e4tzlichen Kosten. Die Leistungen des Projekts werden im Rahmen der Projektf\u00f6rderung finanziert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie wurde das Projekt bisher angenommen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Lerch:<\/strong>&nbsp; Das Projekt wird insgesamt sehr positiv wahrgenommen. Sowohl Patienten als auch beteiligte Gesundheitsberufe sch\u00e4tzen die niedrigschwelligen Angebote, die verbesserte Erreichbarkeit der Versorgung sowie die Teilhabe an einer Mitgestaltung f\u00fcr m\u00f6gliche zuk\u00fcnftige Versorgung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gibt es bereits positive R\u00fcckmeldungen von Teilnehmenden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Lerch:<\/strong>&nbsp; Teilnehmende berichten beispielsweise, dass sie sich sicherer und besser begleitet f\u00fchlen. Besonders hervorgehobenen werden die regelm\u00e4\u00dfigen Kontakte zu den Community Health Nurses sowie die M\u00f6glichkeit, bei gesundheitlichen Fragen schnell Unterst\u00fctzung zu erhalten, ohne lange Wege auf sich nehmen zu m\u00fcssen. Hier ist die enge Verzahnung auch mit den haus\u00e4rztlichen Praxen ein gro\u00dfer Gewinn f\u00fcr die Patienten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&nbsp;Was passiert mit den erfassten Daten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Lerch: <\/strong>Die erhobenen Daten werden datenschutzkonform und pseudonymisiert verarbeitet. Sie dienen sowohl der individuellen Versorgung als auch der wissenschaftlichen Evaluation des Projekts. Ziel ist es, Erkenntnisse \u00fcber Wirksamkeit, Akzeptanz und Versorgungsqualit\u00e4t zu gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was verbirgt sich hinter dem Begriff Portalpraxis?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Lerch:<\/strong> Eine Portalpraxis fungiert als zentrale Anlaufstelle f\u00fcr Patientinnen und Patienten innerhalb der Region. Sie koordiniert die Versorgung, steuert telemedizinische Angebote und dient als Schnittstelle zwischen Haus\u00e4rzten, Community Health Nurses, Pflegedienste und weiteren Versorgungsakteuren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie lange l\u00e4uft das Projekt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Lerch:<\/strong> Das Projekt ist auf eine mehrj\u00e4hrige Laufzeit angelegt und befindet sich aktuell in der praktischen Umsetzung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche Aufgabe \u00fcbernehmen Sie in dem Projekt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Lerch:<\/strong> Meine Aufgabe im Projekt besteht in der \u00e4rztlichen Begleitung und fachlichen Mitgestaltung des Versorgungskonzepts. Dazu geh\u00f6rt die Zusammenarbeit mit den Community Health Nurses, die medizinische Verantwortung f\u00fcr Patientinnen und Patienten sowie die Mitwirkung an der Weiterentwicklung der telemedizinischen Strukturen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was passiert mit den aufgebauten Strukturen nach Ende der Projektlaufzeit?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Lerch:&nbsp; <\/strong>Ein zentrales Ziel von \u201eLuP-Regio\u201c ist die nachhaltige Etablierung der entwickelten Strukturen. Erfolgreiche Elemente sollen langfristig in die Regelversorgung \u00fcberf\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mit welchen Partnern arbeiten Sie in dem Projekt zusammen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Lerch: \u201e<\/strong>LuP-Regio\u201c arbeitet mit Hausarztpraxen, Pflegeorganisationen, wissenschaftlichen Einrichtungen (Universit\u00e4t Greifswald, Technische Universit\u00e4t Berlin), Krankenh\u00e4usern der Grund- und Regelversorgung (LUP-Kliniken, hier insbesondere das LUP-Klinikum am Crivitzer See) sowie auch der Maximalversorgung (Helios-Kliniken Schwerin), die beteiligten Krankenkassen sowie regionalen Akteuren zusammen. Diese multiprofessionelle Kooperation ist entscheidend f\u00fcr den Projekterfolg.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bildunterschrift:<\/strong> Dr. med. Micheal Lerch (re.) im Gespr\u00e4ch mit einer Teilnehmerin des Projektes \u201eLuP-Regio\u201c sowie der Community Health Nurse Laura Jenssen.&nbsp; Foto: LUP-Kliniken<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Weitere Informationen zum Projekt und zur Teilnahme: <\/strong><a href=\"http:\/\/www.lup-regio.de\"><strong>www.lup-regio.de<\/strong><\/a><strong><br>Kontakt: 03863 520 20 oder chn@lup-regio.de<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eLuP-Regio\u201c kurz erkl\u00e4rt<br><\/strong>Das Projekt \u201eLuP-Regio \u2013 Regionale Gesundheitsversorgung im Landkreis Ludwigslust-Parchim\u201c unter Konsortialf\u00fchrung der LUP-Klinikum am Crivitzer See gGmbH wird in den kommenden drei Jahren vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gef\u00f6rdert. \u201eLuP-Regio\u201c hat das Ziel, die Versorgungsqualit\u00e4t und den Zugang zu Gesundheitsleistungen im Einzugsgebiet des Krankenhausstandortes Crivitz zu verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p>Konsortialpartner: AOK Nordost, BARMER, DAK-Gesundheit, Helios Kliniken Schwerin GmbH, Infokom GmbH, Oberender AG, Techniker Krankenkasse, Technische Universit\u00e4t Berlin, Universit\u00e4t Greifswald<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/infokom.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2025_Lup-Regio_CHN_6s-Flyer_allgemein.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Download Flyer LuP-Regio<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. med. 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